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VORWORT

Die hier aufgezeichneten Erinnerungen sind zu Ehren der (1945) verschollenen Jungen des Stolper Feldes, nördlich von Berlin, entstanden.

Ich habe die Ereignisse aufgezeichnet wie ich mich an sie erinnerte, mit dem im Alter häufig einsetzenden, manchmal entsetzlich scharfen, präzisen Erinnerungsvermögen insbesondere für lang zurückliegende Dinge. Wo es um historisch genaue Daten und Umstände ging habe ich mich um Bestätigung aus anerkannten Quellen bemüht und erhalten. Nichts ist erfunden worden. Wo es etwa in individuellen Dialogen um Nachrichten aus dritter Quelle geht, wurde das klar ausgedrückt. Die Gespräche unter den Jungen und Mädeln wurden aus der Erinnerung rekonstruiert, zum Teil mit Hilfe noch heute überlebender Zeitzeugen.

Während ich mich deutlich an eine Anzahl der Vornamen von Kamerad/innen in unserer Volkssturmeinheit erinnere, kann ich jedoch keinerlei Nachnamen mehr nennen. Trotzdem sind auch die mir noch bekannten Namen zum grössten Teil verändert angeführt zur Wahrung ihrer Privatsphäre.

Während ich nichts lieber täte als bei der Nachforschung nach in jenen schrecklichen Zeiten verschollenen Familienangehörigen behilflich zu sein, so muss ich doch bedauernd darauf hinweisen, dass ich keinerlei Informationen habe, ausser jenen die im hier vorliegenden Text bereits enthalten sind.

Die Suchdienststelle der ehemaligen deutschen Wehrmacht, WAST, ist unter der Website http://www.wast.de/ zu finden

Die Bibliographie, eine knapp bemessene Liste aus dem Riesenfundus der neueren Literatur die sich mit dem Kriegsende, und besonders dem Schicksal der Jugendlichen befasst, besteht teils aus Titeln in englischer, teils in deutscher Sprache. In einigen Fällen sind die genannten Bücher in Übersetzung erhältlich.

In den vielen Jahren, in denen ich im Ausland lebte und reiste, habe ich gelernt, dass die Menschen rund um die Welt im wesentlichen viel gleicher als ungleich sind. Junge Erwachsene hoffen auf ein Leben, das ihnen ermöglicht, in Würde, und Selbstrespekt weiterzuwachsen und einen Beitrag in ihrer Gesellschaft zu leisten, der zu grösserer Harmonie und Wohlergehen Aller führt.

Wo junge Menschen auf solche Ziele hinarbeiten können, sind geistige und körperliche Gesundheit am ehesten gegeben.

Kinder hoffen, dass sie erwachsen werden, indem sie einem selbst gewählten männlichen oder weiblichen Vorbild nacheifern, und Gelegenheit bekommen, die Welt in irgendeiner Form zu verbessern, so wie sie sie verstehen. Mit ihrem bedingungslosen Sinn für Gerechtigkeit und im Vollgefühl ihrer Möglichkeiten sind sie bereit, sich einzubringen, um die Welt zu heilen.

Ob in religiösem Umfeld erzogen oder nicht, lernen sie doch bald, dass alle Kulturen Lehren und Gebote ethischen und moralischen Verhaltens, friedfertigen Umgangs mit ihren Nächsten und Respekt für alles Leben ehren.

Es täte uns gut, die Kinder anzuhören.

Diese Erinnerungen sind den meinen gewidmet.

Im Dezember, 2006

Anna

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